„Ich hasste meinen Körper“ – Biber Mai 2015

Angst, Scham und unendliche Schmerzen:
Ich hatte eine Schönheits-OP und fast niemand wusste Bescheid.

„Und, wie gefällt Ihnen das Ergebnis? Zufrieden?“, fragt mich ein grinsender junger Mann in weißem Arztkittel. Unsicher und geschwächt antworte ich: „In ein paar Monaten geht es mir bestimmt gut…“ Die ehrliche Antwort wäre gewesen: „Ihr habt mich gerade aufgeschlitzt und einen Teil von mir abgeschnitten. Wie soll ich wissen, wie ich mich fühle?“ Schönheits-OPs gehören irgendwie zum Alltag – Promi-Magazine, Werbungen und das Internet zeigen makellose Menschen, die teilweise nicht nur mit Photoshop-Skills zur Perfektion optimiert wurden. Eine Brustvergrößerung da, ein neues Näschen hier und eine ordentliche Portion Botox kann auch nicht schaden – besonders in der Welt der Reichen und Schönen. Schönheit ist eines der wichtigsten Themen in unserer Gesellschaft.

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Das hässliche Entlein

Ich selbst hätte nie gedacht, dass das Thema Beauty-OP für mich jemals relevant wird. Doch hier war ich, in einem Flügel der Plastischen-Chirurgie in einem Wiener Spital. Ich war nie schön und wurde mein ganzes Leben lang nie als attraktiv eingestuft. Seit frühester Kindheit war ich „die Fette“ unter meinen Klassenkameraden. Extreme Fettsucht war meine Krankheit. Waagen waren mein natürlicher Feind. Als ich mit 15 Jahren doch wieder einmal auf dieses verhasste Ding steigen musste, zeigte es mit 125 Kilo den Höchststand an. Meine ganze Familie hatte mit Übergewicht zu kämpfen. Natürlich wollte man etwas dagegen tun, aber gegessen wurde, was auf den Tisch kam. Was war eine bessere Beschäftigung als leckere Dinge in sich hineinzustopfen, besonders wenn man irgendwie sowieso unzufrieden war? Mit den Jahren habe ich mich damit abgefunden. Dicke Menschen können natürlich ebenso attraktiv sein wie dünne – ich fühlte mich so allerdings nicht wohl….
Den gesamten Text gibt es auf http://www.dasbiber.at/content/ich-hasste-meinen-koerper

Interview: Tyron Ricketts „Wir sollten unsere eigenen Geschichten schreiben“

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Foto: Ava Pivot

In der Steiermark geboren, als Kind nach Deutschland gezogen, die Welt bereist und in den USA niedergelassen – Tyron Ricketts hat schon einiges erlebt. Auch sein Lebenslauf kann sich sehen lassen – der Start als Musiker und Moderator einer Hip-Hop Sendung, die Entwicklung hin zum Schauspieler und das Engagement als Aktivist. Wir haben mit dem Multitalent über Klischeerollen, Rassismus und Gangsta-Rap gesprochen.

Dein letztes Album „Weltenreiter“ ist 2012 nach einer Weltreise entstanden. War das immer so geplant?
Ich brauchte etwas Abstand. Ich habe mir ein Around the World-Ticket geholt und bin sieben Monate unterwegs gewesen – beeinflusst von den besten Surf-Destinationen. Ich wollte mich noch mal neu kennenlernen. Irgendwann sammelten sich die Gedanken und ich begann zu schreiben. Ich sehe mich als Storyteller. Mir ist es wichtig, Geschichten zu erzählen. Egal ob mit Schauspielerei, Musik, mit den Brothers Keepers oder hinter der Kamera.

Wie kamst du auf die Idee für sieben Monate abzutauchen?
Es war, nachdem ich Soko Leipzig gedreht habe. Da habe ich zwar gut Geld verdient, aber es hat mich nicht wirklich erfüllt, weil nicht mehr viel Neues kam. Ich wollte mir ein paar Fragen beantworten, die man sich nicht beantworten kann, wenn man im Alltagstrott drinnen ist. Oft definiert dich dein Umfeld und hält dich an dieser Stelle, an der du schon immer gewesen bist. Du wirst immer wieder daran erinnert, wie du glaubst, sein zu müssen. Wenn man das jedoch für eine Zeit ablegt, hat man viel Freiheit sich neu kennenzulernen.

Du hast als Moderator einer Hip-Hop Sendung angefangen, warst aber dann zwischenzeitlich übersättigt von der Gangsta-Rap-Entwicklung. Wie siehst du das heute?
Teilweise kommen gute Sachen, wie ein J. Cole oder Common, der mit John Legend den Song zum Film „Selma“ gemacht hat. Man kann ja mit Musik vieles ausdrücken, aber die Industrie hat da viel für sich eingenommen. Besonders in Amerika haben sie sich auf das Gangsta-Ding gestürzt – wahrscheinlich, weil es am kontroversesten für die Kids ist. Mit Anfang 20 war das vielleicht noch okay. Jetzt bin ich 42 und wohne in Bed Stuy in Brooklyn. Ich finde nichts an dem Gangsta-Scheiß geil und schon gar nicht, wenn es glorifiziert wird.

Foto: Ava Pivot

(c) Ava Pivot

Du hast dich mit den Brothers Keepers und einer Reihe von Projekten, wie Afrodeutsch, stark gegen Rassismus eingesetzt. Bist du da immer noch aktiv?
Früher war es mir enorm wichtig, gegen Rassismus und für Gleichberechtigung zu kämpfen. Besonders in meinen Anfängen ist mir die Diskrepanz zwischen dem alltäglichen Zusammenleben und der öffentlichen Darstellung in den Medien aufgefallen. Die Darstellung war 20 bis 30 Jahre hinterher, als ob Schwarze Menschen keinen Platz in dieser Welt haben. Ich wollte auf den verschiedensten Wegen darauf aufmerksam machen. Irgendwann wird man dem allerdings müde, wenn sich nichts ändert. Irgendwann beginnt man einzusehen, dass diese Dinge sich über viele Jahrzehnte ziehen werden. Ich gebe nicht auf, allerdings fokussiere ich mich nicht mehr darauf. Weiterlesen

Österreich, deine Auswanderer – redbull.com Mai 2015

Plötzlicher Hype und Freunderlwirtschaft –
vier übersiedelte Acts und ihr Blick in die Heimat.

Der Österreicher jammert gern, der österreichische Musiker ist davon nicht ausgeschlossen. Natürlich nicht unbegründet – fehlende Radio-Airplays, Medienignoranz und wenig Wertschätzung prägten die österreichische Musiklandschaft für viele Jahre. Seit dem letzten Jahr scheint sich allerdings etwas zu tun in unserem Land. Heimische Acts heimsen mehr Aufmerksamkeit ein als je zuvor – allen voran Wanda und Bilderbuch. Mehr geht natürlich immer, doch der Weg ist ein Guter.

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Ja, Panik, RAF, Anna F., salute (li.o.n.re.u.)© Gabriele Summen, Indipendenza, Anna F. Presse, Agnes Lloyd-Platt

Das Ausland scheint uns um Jahre voraus zu sein in Sachen Wertschätzung rot-weiß-roter Künstler. Acts wie Parov Stelar, Soap&Skin, HVOB sind international längst keine unbeschriebenen Blätter mehr. Ganz Europa musste Conchita Wurst an die Spitze wählen, bevor es in Österreich die Kritiker „eh immer schon gesagt“ haben. Und wie jeder weiß, wurde Falco damals auch nicht auf Anhieb im Radio gespielt.

Na dann, warum es nicht gleich woanders versuchen? Sachen packen und auf geht’s!

Den gesamten Text gibt’s unter http://www.redbull.com/at/de/music/stories/1331725476125/oesterreichische-musiker-im-ausland

 

Ist musikalisches Talent vererbbar? – redbull.com März 2015

Diese fünf Eltern-Kind-Gespanne zeigen: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm!

Während viele Eltern sich Sorgen machen, wenn der Nachwuchs sich wünscht den „brotlosen“ Beruf des Musikers anzustreben, gibt es Andere, die vor Stolz fast platzen – Musikereltern. Zugegeben nicht jeder Musiker will sein eigen Fleisch und Blut im Rampenlicht sehen, dennoch scheint sich die Nachkommenschaft maßgeblich an dem Arbeitsfeld der Eltern zu orientieren. Zu Recht, wie die folgenden fünf Beispiele beweisen!

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© Fotos von l nach r. oben: © Stefan Maria Pabst, © Ingo Petramer, unten: © Franz Reiterer/FM4, © Helena Wimmer, © Klaus Pichler

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Es weht ein fresh(er) Wind

Durch die Biber-Akademie habe ich einige großartige Menschen kennenlernen dürfen, eine davon ist Menerva. Im Rahmen ihres Blogs hat sie mich Anfang 2015 zum Thema fresh- Black Austrian Lifestyle interviewt.

Sie sind jung, frech, ambitioniert, aber vor allem sind sie ganz fresh! Ein neues Lifestyle Magazin schmückt Österreichs Magazinwelt, das besondere daran ist: Es geht um die Black Austrian Community. Somit ist „fresh“ – so heißt das Magazin- die allererste Zeitschrift, die von und über Black Austrians berichtet.„Die Zielgruppen sind die 2. und 3. Generation von Schwarzen in Österreich, aber natürlich auch jeder, der sich für unseren Blickwinkel interessiert“, erklärt Vanessa Spanbauer, die stellvertretende Chefredakteurin des Magazins. Außerdem verdeutlicht sie noch:“ Es gab nichts auf dem Markt was uns als Community repräsentierte. Viele Schwarze fühlen sich hier einfach nicht vertreten und lesen dann lieber amerikanische Zeitschriften, da findet man noch eher etwas, das den eigenen Interessen entspricht.“

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(c) Menerva Hammad

Den gesamten Text findet ihr unter https://menervish89.com/2015/04/24/es-weht-ein-fresher-wind/

Danke Menerva ❤

 

Interview: Bilderbuch – enemy.at Februar 2015

Februar – das Monat von Bilderbuch. 2015 – das Jahr von Bilderbuch. Kaum eine Band hat in den letzten zwei Jahren mehr Frische – mehr Farbe – mehr Speed in die österreichische Musikszene gebracht.

Wir haben uns vor der lang erwarteten Veröffentlichung ihres Albums SCHICK SCHOCK (VÖ: 27. Feb 2015) mit Sänger Maurice unterhalten und über den rasanten Aufstieg heimischer Musik, das Falco-Erbe und die Spliff-Haube geplaudert!

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© Daliah Spiegel

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