Interview: Tyron Ricketts „Wir sollten unsere eigenen Geschichten schreiben“

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Foto: Ava Pivot

In der Steiermark geboren, als Kind nach Deutschland gezogen, die Welt bereist und in den USA niedergelassen – Tyron Ricketts hat schon einiges erlebt. Auch sein Lebenslauf kann sich sehen lassen – der Start als Musiker und Moderator einer Hip-Hop Sendung, die Entwicklung hin zum Schauspieler und das Engagement als Aktivist. Wir haben mit dem Multitalent über Klischeerollen, Rassismus und Gangsta-Rap gesprochen.

Dein letztes Album „Weltenreiter“ ist 2012 nach einer Weltreise entstanden. War das immer so geplant?
Ich brauchte etwas Abstand. Ich habe mir ein Around the World-Ticket geholt und bin sieben Monate unterwegs gewesen – beeinflusst von den besten Surf-Destinationen. Ich wollte mich noch mal neu kennenlernen. Irgendwann sammelten sich die Gedanken und ich begann zu schreiben. Ich sehe mich als Storyteller. Mir ist es wichtig, Geschichten zu erzählen. Egal ob mit Schauspielerei, Musik, mit den Brothers Keepers oder hinter der Kamera.

Wie kamst du auf die Idee für sieben Monate abzutauchen?
Es war, nachdem ich Soko Leipzig gedreht habe. Da habe ich zwar gut Geld verdient, aber es hat mich nicht wirklich erfüllt, weil nicht mehr viel Neues kam. Ich wollte mir ein paar Fragen beantworten, die man sich nicht beantworten kann, wenn man im Alltagstrott drinnen ist. Oft definiert dich dein Umfeld und hält dich an dieser Stelle, an der du schon immer gewesen bist. Du wirst immer wieder daran erinnert, wie du glaubst, sein zu müssen. Wenn man das jedoch für eine Zeit ablegt, hat man viel Freiheit sich neu kennenzulernen.

Du hast als Moderator einer Hip-Hop Sendung angefangen, warst aber dann zwischenzeitlich übersättigt von der Gangsta-Rap-Entwicklung. Wie siehst du das heute?
Teilweise kommen gute Sachen, wie ein J. Cole oder Common, der mit John Legend den Song zum Film „Selma“ gemacht hat. Man kann ja mit Musik vieles ausdrücken, aber die Industrie hat da viel für sich eingenommen. Besonders in Amerika haben sie sich auf das Gangsta-Ding gestürzt – wahrscheinlich, weil es am kontroversesten für die Kids ist. Mit Anfang 20 war das vielleicht noch okay. Jetzt bin ich 42 und wohne in Bed Stuy in Brooklyn. Ich finde nichts an dem Gangsta-Scheiß geil und schon gar nicht, wenn es glorifiziert wird.

Foto: Ava Pivot

(c) Ava Pivot

Du hast dich mit den Brothers Keepers und einer Reihe von Projekten, wie Afrodeutsch, stark gegen Rassismus eingesetzt. Bist du da immer noch aktiv?
Früher war es mir enorm wichtig, gegen Rassismus und für Gleichberechtigung zu kämpfen. Besonders in meinen Anfängen ist mir die Diskrepanz zwischen dem alltäglichen Zusammenleben und der öffentlichen Darstellung in den Medien aufgefallen. Die Darstellung war 20 bis 30 Jahre hinterher, als ob Schwarze Menschen keinen Platz in dieser Welt haben. Ich wollte auf den verschiedensten Wegen darauf aufmerksam machen. Irgendwann wird man dem allerdings müde, wenn sich nichts ändert. Irgendwann beginnt man einzusehen, dass diese Dinge sich über viele Jahrzehnte ziehen werden. Ich gebe nicht auf, allerdings fokussiere ich mich nicht mehr darauf. Weiterlesen

Österreich, deine Auswanderer – redbull.com Mai 2015

Plötzlicher Hype und Freunderlwirtschaft –
vier übersiedelte Acts und ihr Blick in die Heimat.

Der Österreicher jammert gern, der österreichische Musiker ist davon nicht ausgeschlossen. Natürlich nicht unbegründet – fehlende Radio-Airplays, Medienignoranz und wenig Wertschätzung prägten die österreichische Musiklandschaft für viele Jahre. Seit dem letzten Jahr scheint sich allerdings etwas zu tun in unserem Land. Heimische Acts heimsen mehr Aufmerksamkeit ein als je zuvor – allen voran Wanda und Bilderbuch. Mehr geht natürlich immer, doch der Weg ist ein Guter.

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Ja, Panik, RAF, Anna F., salute (li.o.n.re.u.)© Gabriele Summen, Indipendenza, Anna F. Presse, Agnes Lloyd-Platt

Das Ausland scheint uns um Jahre voraus zu sein in Sachen Wertschätzung rot-weiß-roter Künstler. Acts wie Parov Stelar, Soap&Skin, HVOB sind international längst keine unbeschriebenen Blätter mehr. Ganz Europa musste Conchita Wurst an die Spitze wählen, bevor es in Österreich die Kritiker „eh immer schon gesagt“ haben. Und wie jeder weiß, wurde Falco damals auch nicht auf Anhieb im Radio gespielt.

Na dann, warum es nicht gleich woanders versuchen? Sachen packen und auf geht’s!

Den gesamten Text gibt’s unter http://www.redbull.com/at/de/music/stories/1331725476125/oesterreichische-musiker-im-ausland

 

Ist musikalisches Talent vererbbar? – redbull.com März 2015

Diese fünf Eltern-Kind-Gespanne zeigen: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm!

Während viele Eltern sich Sorgen machen, wenn der Nachwuchs sich wünscht den „brotlosen“ Beruf des Musikers anzustreben, gibt es Andere, die vor Stolz fast platzen – Musikereltern. Zugegeben nicht jeder Musiker will sein eigen Fleisch und Blut im Rampenlicht sehen, dennoch scheint sich die Nachkommenschaft maßgeblich an dem Arbeitsfeld der Eltern zu orientieren. Zu Recht, wie die folgenden fünf Beispiele beweisen!

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© Fotos von l nach r. oben: © Stefan Maria Pabst, © Ingo Petramer, unten: © Franz Reiterer/FM4, © Helena Wimmer, © Klaus Pichler

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Es weht ein fresh(er) Wind

Durch die Biber-Akademie habe ich einige großartige Menschen kennenlernen dürfen, eine davon ist Menerva. Im Rahmen ihres Blogs hat sie mich Anfang 2015 zum Thema fresh- Black Austrian Lifestyle interviewt.

Sie sind jung, frech, ambitioniert, aber vor allem sind sie ganz fresh! Ein neues Lifestyle Magazin schmückt Österreichs Magazinwelt, das besondere daran ist: Es geht um die Black Austrian Community. Somit ist „fresh“ – so heißt das Magazin- die allererste Zeitschrift, die von und über Black Austrians berichtet.„Die Zielgruppen sind die 2. und 3. Generation von Schwarzen in Österreich, aber natürlich auch jeder, der sich für unseren Blickwinkel interessiert“, erklärt Vanessa Spanbauer, die stellvertretende Chefredakteurin des Magazins. Außerdem verdeutlicht sie noch:“ Es gab nichts auf dem Markt was uns als Community repräsentierte. Viele Schwarze fühlen sich hier einfach nicht vertreten und lesen dann lieber amerikanische Zeitschriften, da findet man noch eher etwas, das den eigenen Interessen entspricht.“

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(c) Menerva Hammad

Den gesamten Text findet ihr unter https://menervish89.com/2015/04/24/es-weht-ein-fresher-wind/

Danke Menerva ❤

 

Interview: Bilderbuch – enemy.at Februar 2015

Februar – das Monat von Bilderbuch. 2015 – das Jahr von Bilderbuch. Kaum eine Band hat in den letzten zwei Jahren mehr Frische – mehr Farbe – mehr Speed in die österreichische Musikszene gebracht.

Wir haben uns vor der lang erwarteten Veröffentlichung ihres Albums SCHICK SCHOCK (VÖ: 27. Feb 2015) mit Sänger Maurice unterhalten und über den rasanten Aufstieg heimischer Musik, das Falco-Erbe und die Spliff-Haube geplaudert!

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© Daliah Spiegel

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Uni trifft Arbeit trifft Song Contest

Im Rahmen des Eurovision Song Contests 2014 in Wien habe ich die Chance bekommen, an der Seite von Politikern, Akademikern und Künstlern an einem Symposium teilzunehmen.  Und konnte im Panel „Integration & Stereotypes“ mitdiskutieren.

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 Der ESC trägt natürlich auch zum Image der teilnehmenden Staaten bei, durch den Sieg von Conchita Wurst im Vorjahr etwa durch die öffentliche Wahrnehmung, dass Österreich ein tolerantes Land sei. „Der ESC kann die Realität aber nicht ersetzen“, sagte der Public-Value-Beauftragte des ORF, Klaus Unterberger, dann bei der ersten von insgesamt drei Podiumsdiskussion, die für den Montag angesetzt waren. Bei der Diskussion zum Thema „Integration und Stereotypen“ betonte Unterberger, dass Europa den Gemeinschaftsgedanken notwendig habe und der ESC diesen Bedarf mit erfülle.

„Österreich sendet zwar Toleranz“, sagte hingegen Vanessa Spanbauer, stellvertretende Chefredakteurin der Zeitschrift „Fresh“, die den „Black Austrian Lifestyle“ thematisiert. „Schwarze Österreicher sind aber nicht im Alltagsleben vertreten und es gibt Rassismus trotz Role-Models wie David Alaba.“ Bemerkenswerterweise wurde die angesprochene Toleranz im Jahr 2000 mit den österreichischen ESC-Starterinnen, den teils dunkelhäutigen Rounder Girls zu einem Zeitpunkt versendet, als das Land gerade den EU-Sanktionen als Folge der schwarzblauen Koalition ausgesetzt war. Auch Kleveland, die den ESC von 1986 im norwegischen Bergen moderierte, bemerkte, dass Österreich in diesem Jahr von der Waldheim-Affäre belastet wurde und Timna Brauer als Kandidatin schickte.

„Österreich ist nicht Disney Land, ist nicht ‚Sound of Music‘“, unterstrich Unterberger, denn natürlich gebe es in Österreich Xenophobie und Intoleranz. Der Sieg von Conchita Wurst habe aber dafür gesorgt, dass die Intoleranten kurz einmal still waren. „Der Song Contest ist auch ein Beitrag zur Demokratie in Europa“ hob der Public Value-Beauftragte hervor.

– http://www.tt.com/home/10034871-91/60.-song-contest-symposium-lotet-den-esc-im-politischen-kontext-aus.csp

Da ich im Rahmen meines Studiums ein Seminar zum ESC bei Dr. Dean Vuletic, dem Organisator des Symposiums, absolviert habe, findet ihr außerdem einen Text über diese Erfahrung hier.