fresh #SHADES ist hier

Die neue Ausgabe ist da!
Eine Ausgabe, die über Colorism, Skin Bleaching, das Problem bei Selbst- und Fremdbezeichnung, Vitiligo, (Critical) Whiteness und vieles mehr.

Ich weiß, dass einige Texte zu Themen der Selbst- und Fremdbezeichnung – besonders rund um Menschen mit einem Schwarzen und einem weißen Elternteil – manchen Lesern sehr sauer aufstoßen werden.
Jedoch halte ich Diskurs (nein, nicht nach Foucault) für sehr sehr wichtig. Deshalb holen, lesen, nachdenken, mitdiskutieren…

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Bestellen unter: http://freshzine.at/2014/03/15/jetzt-bestellen/
Alle Partnerstellen: http://freshzine.at/hier-bekommst-du-fresh/

refresh mit Vice x Sprite

Vor ein paar Monaten wurde ich gefragt, ob Lust bestände bei einem Projekt mitzumachen, das junge Menschen zeigt, die Dinge abseits des „typisch österreichischen“ tun. Die Neugierde siegte und ich sagte zu. Herausgekommen ist ein cooles Video und ein Beitrag, der fresh & meine Arbeit gut vorstellt.

Hier der Teaser:

 

Das Video in voller Länge und den Beitrag dazu gibt es hier: https://partners.vice.com/sprite/the-come-up/news/schwarze-kommen-in-den-medien-nur-vor-wenn-sie-stars-sind/

Der re-fresh ist da!

Eine kreative Pause muss auch mal ein Ende finden und deshalb darf ich hier unsere neue Ausgabe präsentieren.

Sie hört auf den Namen #RHYTHM, hat 60 Seiten, ist gerade mal einen Tag alt und hat einige personelle Veränderungen im Gepäck.

Neben einem brandneuen Redaktionsteam und Zuwachs bei den Fotografen, darf sich fresh über eine spitzen-Veränderung freuen – Clara Akinyosoye wird ab jetzt neben simon INOU die Herausgeberschaft übernehmen und ich bin seit letztem Jahr neue Chefredakteurin unseres Babys.

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Vanessa Spanbauer & Clara Akinyosoye (c) Philipp Horak

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Weitere Changes ist die zukünftige Ausrichtung als Themenheft und der neue Preis, denn Journalismus darf auch mal wieder etwas kosten.

Wer jetzt neugierig geworden ist, findet alle Infos unter
http://freshzine.at/2014/03/15/jetzt-bestellen/

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Rebecca Horner: Vom Kinderstar zur Ballett-Solistin

„Ah schau…da ist die Opa-Opa-Opapa!“, hörte ich als Kind ständig – egal ob beim Zug oder am Weg zur Schule. Als ich dann vor zwei Jahren die Chance bekam, die Frau zu treffen, die  für die vielen Verwechslungen verantwortlich war, ergriff ich die Gelegenheit und fragte sie schamlos aus.

Da sie vergangenen Sonntag von der Wiener Staatsoper von einer Halb-Solistin zur Solistin befördert wurde, habe ich das Coverinterview der fresh Frühlingsausgabe 2015 wieder ausgegraben.

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„Ich war ein ganz normales Kind“

Kinderstar, Balletttänzerin, Mutter – Rebecca Horner hat im Laufe ihres Lebens schon viele Aufgaben gemeistert. Erst kürzlich war die 26-jährige Wienerin mit Vorfahren aus Jamaika in dem gefeierten Stück „Josephs Legende“ an der Wiener Staatsoper zu sehen. Für fresherinnert sie sich an ihre Zeit mit Otto Schenk, den frühen Ruhm und an ihre harte Kindheit in der Ballettschule, zurück.
Fotos: Philipp Horak, Interview: Vanessa Spanbauer & Elisabeth Taruvinga Mtasa

Du hast die kleine Samantha in den Filmen „Mein Opa ist der Beste“ und „Mein Opa und die 13 Stühle“ gespielt. Wie bist du zu dieser Rolle gekommen?
Ich war im Tanzforum – heute Performing Center Austria – im Kinderballett, weil ich immer schon gerne getanzt habe. Eines Tages wurde meine Mutter von einer Agentur angesprochen, weil sie ein Mädchen mit dunkler Haut gesucht haben. Eigentlich wollten sie ein achtjähriges Mädchen – ich war erst sechs. Am Ende haben sie mich dennoch genommen. Da ich nichts zu verlieren hatte, wollte ich es unbedingt probieren.

Wie bist du als Kind mit dem Ruhm umgegangen?
Mir war zuerst gar nicht bewusst, dass mich Leute erkennen. Ich wollte ganz normal in die Schule gehen und mit meinen Freunden Zeit verbringen. Ich war teilweise überfordert, wenn mich Leute angesprochen haben, die ich noch nie gesehen habe. Aber im Allgemeinen hatte ich eine wunderschöne normale Kindheit. Weiterlesen

Interview: Tyron Ricketts „Wir sollten unsere eigenen Geschichten schreiben“

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Foto: Ava Pivot

In der Steiermark geboren, als Kind nach Deutschland gezogen, die Welt bereist und in den USA niedergelassen – Tyron Ricketts hat schon einiges erlebt. Auch sein Lebenslauf kann sich sehen lassen – der Start als Musiker und Moderator einer Hip-Hop Sendung, die Entwicklung hin zum Schauspieler und das Engagement als Aktivist. Wir haben mit dem Multitalent über Klischeerollen, Rassismus und Gangsta-Rap gesprochen.

Dein letztes Album „Weltenreiter“ ist 2012 nach einer Weltreise entstanden. War das immer so geplant?
Ich brauchte etwas Abstand. Ich habe mir ein Around the World-Ticket geholt und bin sieben Monate unterwegs gewesen – beeinflusst von den besten Surf-Destinationen. Ich wollte mich noch mal neu kennenlernen. Irgendwann sammelten sich die Gedanken und ich begann zu schreiben. Ich sehe mich als Storyteller. Mir ist es wichtig, Geschichten zu erzählen. Egal ob mit Schauspielerei, Musik, mit den Brothers Keepers oder hinter der Kamera.

Wie kamst du auf die Idee für sieben Monate abzutauchen?
Es war, nachdem ich Soko Leipzig gedreht habe. Da habe ich zwar gut Geld verdient, aber es hat mich nicht wirklich erfüllt, weil nicht mehr viel Neues kam. Ich wollte mir ein paar Fragen beantworten, die man sich nicht beantworten kann, wenn man im Alltagstrott drinnen ist. Oft definiert dich dein Umfeld und hält dich an dieser Stelle, an der du schon immer gewesen bist. Du wirst immer wieder daran erinnert, wie du glaubst, sein zu müssen. Wenn man das jedoch für eine Zeit ablegt, hat man viel Freiheit sich neu kennenzulernen.

Du hast als Moderator einer Hip-Hop Sendung angefangen, warst aber dann zwischenzeitlich übersättigt von der Gangsta-Rap-Entwicklung. Wie siehst du das heute?
Teilweise kommen gute Sachen, wie ein J. Cole oder Common, der mit John Legend den Song zum Film „Selma“ gemacht hat. Man kann ja mit Musik vieles ausdrücken, aber die Industrie hat da viel für sich eingenommen. Besonders in Amerika haben sie sich auf das Gangsta-Ding gestürzt – wahrscheinlich, weil es am kontroversesten für die Kids ist. Mit Anfang 20 war das vielleicht noch okay. Jetzt bin ich 42 und wohne in Bed Stuy in Brooklyn. Ich finde nichts an dem Gangsta-Scheiß geil und schon gar nicht, wenn es glorifiziert wird.

Foto: Ava Pivot

(c) Ava Pivot

Du hast dich mit den Brothers Keepers und einer Reihe von Projekten, wie Afrodeutsch, stark gegen Rassismus eingesetzt. Bist du da immer noch aktiv?
Früher war es mir enorm wichtig, gegen Rassismus und für Gleichberechtigung zu kämpfen. Besonders in meinen Anfängen ist mir die Diskrepanz zwischen dem alltäglichen Zusammenleben und der öffentlichen Darstellung in den Medien aufgefallen. Die Darstellung war 20 bis 30 Jahre hinterher, als ob Schwarze Menschen keinen Platz in dieser Welt haben. Ich wollte auf den verschiedensten Wegen darauf aufmerksam machen. Irgendwann wird man dem allerdings müde, wenn sich nichts ändert. Irgendwann beginnt man einzusehen, dass diese Dinge sich über viele Jahrzehnte ziehen werden. Ich gebe nicht auf, allerdings fokussiere ich mich nicht mehr darauf. Weiterlesen