Ist musikalisches Talent vererbbar? – redbull.com März 2015

Diese fünf Eltern-Kind-Gespanne zeigen: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm!

Während viele Eltern sich Sorgen machen, wenn der Nachwuchs sich wünscht den „brotlosen“ Beruf des Musikers anzustreben, gibt es Andere, die vor Stolz fast platzen – Musikereltern. Zugegeben nicht jeder Musiker will sein eigen Fleisch und Blut im Rampenlicht sehen, dennoch scheint sich die Nachkommenschaft maßgeblich an dem Arbeitsfeld der Eltern zu orientieren. Zu Recht, wie die folgenden fünf Beispiele beweisen!

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© Fotos von l nach r. oben: © Stefan Maria Pabst, © Ingo Petramer, unten: © Franz Reiterer/FM4, © Helena Wimmer, © Klaus Pichler

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DAS „FETTE SCHWEIN“ INTEGRIERT SICH – ODER DOCH NICHT? – Biber Feb. 2013

„Schau dir die da drüben an, so ein fettes Schwein!“, solche und andere Beleidigungen hört man tagtäglich auf den Straßen. Mir tun sie weh, obwohl mich wahrscheinlich niemand als „fettes Schwein“ bezeichnen würde. Nicht mehr!

Jedes Mal, wenn sich jemand über „fette Kinder“ das Maul zerreißt, schreit das fette Kind in mir auf. „Was ist denn los?“, höre ich manchmal. Tja, ich war eines dieser „fetten Kinder“ über die sich so gerne lustig gemacht wird. Ich wurde als Kind ausgelacht, gehänselt und beschimpft. Da ist er, der Grund wieso ich nicht lachen kann. Sorry!

Jetzt wiege ich fast halb so viel wie früher. Die Menschen in meiner Umgebung scheinen sich schnell daran gewöhnt zu haben –  man kann sich mich sogar „gar nicht mehr anders vorstellen“. Hin und wieder höre ich sogar aus Mündern alter Bekannter abfällige Bemerkungen über Übergewichtige. Ich kann es kaum fassen! Vergessen sie so schnell?

Massig, füllig oder korpulent? Nein, schlicht und ergreifend „fett“ ist das Wort, das am meisten fällt, wenn über dieses Thema gesprochen wird. Viele Dinge fanden wohl früher hinter meinem Rücken statt. Klar habe ich viel mitbekommen, aber nun merke ich erst richtig, wie dünne Menschen Dicke wahrnehmen.

Leute, die mich erst seit rund einem Jahr kennen, kennen nur einen Teil von mir – die Hälfte genauer gesagt. Wenn man es mir auch nicht ansieht, ich habe immer noch 125 Kilo – ganz tief in mir. Ich gehe immer noch außen herum, wenn zwei Tische nah aneinander stehen, weil ich annehme, nicht durchzukommen. Wenn ich mir meine Kleidung ansehe, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, hineinzupassen. Einen Baum hochzuklettern, erscheint mir nach wie vor als unmöglich. Weiterlesen

Der Alaba Effekt – Biber November 2012

Mein Leben als „Bounty“ – innen weiß und außen schwarz – war bisher eher zach, doch jetzt scheint sich etwas zu ändern. Star-Kicker David Alaba und Co. sind plötzlich voll angesagt. Werde auch ich jetzt cool?

Vor Kurzem ist mir was Witziges passiert. Hinter mir am Gehsteig höre ich zwei Männerstimmen und ein paar Wortfetzen tiefstes Wienerisch. Ich bemerke, wie die Männer versuchen, mich einzuholen. Ihre Schritte werden schneller. Mental bin ich schon auf eine rassistische Ansage oder den x-ten dummen Spruch auf Englisch gefasst. Doch nein. Die zwei – ich schätze sie auf 45 Jahre – beginnen ganz normal mit mir zu quatschen und wollen meine Herkunft wissen. Huch, das ist neu. Verdutzt erkläre ich ihnen, dass ich Österreicherin bin und mein Vater aus Nigeria stammt. „Wie der Alaba!“,  sagt der eine mit großen Augen. Noch komplett überrascht von der Situation sage ich: „Ja, mit dem  hab ich als Kind sogar gespielt.“ Zur Erklärung: Man kennt sich in der Community, unsere Eltern waren befreundet. Und so krabbelte ich mit dem späteren Star-Kicker zwischen Bauklötzchen und der Holzlokomotive um die Wette. Erst kürzlich hab ich alte Fotos von uns beiden gefunden. Die zwei Männer sehen mich noch eine Zeit staunend an und wünschen mir einen „ganz, ganz schönen Tag“. Danke David! Durch dich scheint sich etwas zu tun in Österreich. Das verfestigte Bild vom dunkelhäutigen, aidskranken Drogendealer, bekommt Risse – durch Talente wie Alaba, bei denen die Hautfarbe vielen offenbar egal ist. Aus automatischer Ablehnung wird Neugierde. Vielleicht kommt nur mir das so vor, aber es tut sich was.

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Österreichs Champions

Auch andere schwarze werden Teil dieses neuen Bildes, etwa Alabas Schwester Rose, die Finalistin bei Popstars-Mission Österreich war, oder Lydia Obute, die Gewinnerin von Austria’s Next Topmodel. Claudia Unterwerger kennt man als Stimme von Fm4 und als Gesicht vom ZiB-Flash. Und Arabella Kiesbauer ist ja schon lange ein Fixstern am österreichischen Fernsehhimmel. Ziemlich gestaunt habe ich über den Privatsender Puls 4, der David, Rose, Lydia Obute und India Callender, die Finalistin des Kiddy Contests 2011 von Plakatwenden strahlen hat lassen – mit dem Titel „Österreichs Champions“. Ist das ein neues Movement?

Den gesamten Text findest du unter http://www.dasbiber.at/content/der-alaba-effekt