Ausstellungstipps im Deutschen Historischen Museum

Im Spätsommer letzten Jahres wollte ich Wien etwas entkommen und war für ein paar Tage in Berlin. Neben dem Konzert der New Yorker Band MOTHXR (unfassbarer Tipp meinerseits) habe ich die Zeit genutzt um verschiedene Museen zu besuchen. Neben dem Jüdischen Museum stand auch das Deutsche Historische Museum – kurz DHM – im Fokus meines Interesses.

Leicht erstaunt war ich über die Fotoausstellung „Kamerun und Kongo“, die ein paar Tage vor meinem Besuch startete. Später kam noch eine weitere – meiner Meinung nach enorm wichtige – Ausstellung hinzu und für fresh – Black Austrian Lifestyle habe ich sie vorgestellt.

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Deutschland als Kolonialmacht – Ausstellungen im Deutschen Historischen Museum

Wie geht man damit um, wenn z.B. der eigene Urgroßvater Teil einer Kolonialmission war? Die Antwort liefert die Fotoausstellung „Kamerun und Kongo“ im Deutschen Historischen Museum in Berlin und eine Sonderausstellung zum Deutschen Kolonialismus.

Deutschland wird als Kolonialmacht oftmals vernachlässigt oder gar vergessen, obwohl dieser Aspekt -von 1884 bis zum Ende des Ersten Weltkriegs 1918 – durchaus einen wichtigen Teil der Geschichte darstellt. Alltägliche Überlegenheitsansprüche und Gewalt münden unter anderem in den Kolonialkrieg in Namibia, der 1904 mit Völkermord der Herero und Nama endet – deren Nachfahren derzeit übrigens Deutschland auf Entschädigung verklagen. Die Deutsche Bundesregierung hatte das militärische Vorgehen der Truppen erstmals vor zwei Jahren als Völkermord anerkannt und sich erst 2016 offiziell entschuldigt – bzw. eigentlich eher den Willen gezeigt, dies zu tun.

Die große Ausstellung „Deutscher Kolonialismus – Fragmente seiner Geschichte und Gegenwart“ mit mehr als 500 Exponaten im Deutschen Historischen Museum will die Ideologie offenlegen, die hinter diesen Verbrechen und Reisen steckt – nämlich der europäische Überlegenheitsgedanke. Weiterlesen